Al Imfeld zum 80.

Auf die Frage: Warum gerade jetzt eine afrikanische Gedichtsammlung – Afrika im Gedicht?
antwortet Al Imfeld: Die Zeit ist nicht nur reif, sie verlangt geradezu dringend nach so einer Grundlage, denn das Gedicht ist das Fundament jeder Gesellschaft. Alle wollen mit Afrika in irgendeiner Form ‘ins Geschäft’ kommen, doch das kann nicht aus der Luft heraus geschehen. Es kann und darf nicht länger – so wie im deutschsprachigen Raum – sein, dass sich noch die allermeisten auf die vor 50 Jahren erschienene Anthologie Schwarzer Orpheus stützen. Seither gab es keine gesamtafrikanische Gedichtantologie auf Deutsch mehr. Wir brauchen sowohl Grundlagen als auch Widersprüche des neu entstehenden Kontinents nach der Kolonialzeit. Wir brauchen Ehrlichkeit und eine neue Offenheit, und diese sind nur in der Literatur respektive im Gedicht zu finden.

Al Imfeld wurde als erstes von 13 Kindern einer Bauernfamilie geboren. Er studierte Theologie und Philosophie und doktorierte dann in den USA in evangelischer Theologie. Anschließend studierte er Vergleichende Religionswissenschaft, Entwicklungssoziologie, Journalismus und Tropenlandwirtschaft. Imfeld gilt als einer der besten Afrikakenner, als engagierter Aufklärer zwischen Afrika südlich der Sahara und Europa. Er gründete Anfang der 1970er Jahre das Informationszentrum Dritte Welt – i3w, ist Mitherausgeber der Romanreihe Dialog Afrika, Mitbegründer und Autor der Literatur Nachrichten. Er lebt heute als freischaffender Journalist in Zürich. Imfeld ist Autor von über 50 Buchveröffentlichungen und zahlreichen Beiträgen für Presse und Rundfunk über afrikanische und entwicklungspolitische Themen.